Es waren zwei anstrengende Foto-Tage: Der Tag der Bundeswehr in Weißenfels (am Samstag, den 6. Juni 2026) und der Sachsen-Anhalt Tag in Bernburg am Tag darauf.
Tag der Bundeswehr in Weißenfels
In diesem Jahr war Weißenfels der Hauptstandort zum Tage der Bundeswehr. Somit war auch der Verteidigungsminister vor Ort und konnte sich über die sehr gute Resonanz der Veranstaltung freuen. (Bemerkenswert, dass der Herr Pistorius als Verteidigungsminister anscheinend gleichzeitig der beliebteste amtierende Politiker in Deutschland ist.)





jetzt müssen wir uns von den Spaten-Soldaten aushelfen lassen – Witz 😉

Dabei bemerke ich, wie sich mehrere Leute die Ohren zuhalten. Ich kann mich noch deutlich an den Überschallknall erinnern, den die sowjetischen MIGs manchmal am DDR-Himmel fabrizierten. Ich glaube, da wären hier einige auf dem Marktplatz vor Schreck umgefallen.

Die Luftwaffe hat ca. 140 Stück Eurofighter in Betrieb.
( https://www.bundeswehr.de/de/organisation/luftwaffe )

Viel Trubel an der Pfennigbrücke.










Die Zuschauer bekommen das alles live erklärt.

Nach einem solchen Trubel-Tag in Weißenfels schaue ich mir auch die Berichterstattung im MDR bei „Sachsen-Anhalt Heute“ an. Doch was muss ich da sehen?:

Völlig unnötigerweise verfälscht der MDR sein Aufmacher-Bild. Ich kann echt nicht nachvollziehen, wie und warum so etwas passiert. In einer Nachrichtensendung hat solcher (KI?) Müll nichts verloren!
Bin ich zu sehr ein Sensibelchen, wenn ich hinter all dem Feier-Gedöns Vorbereitungen für eine Zeitenwende wahrnehme? „In zwei Jahren haben wir Krieg mit den Russen.“ – „Nein, erst in vier Jahren.“ – „Na dann ist ja gut, da haben wir noch genügend Zeit, um kriegstüchtig zu werden.“ Geht’s noch?!
Wieso bekommt die deutsche Politik keine langfristig wirksame, sinnvolle Wirtschaftspolitik hin und meint nun, dass massive Aufrüstung eine gute Wirtschaftsförderung sei? Und der Osten ruft „Ja, lasst uns auch mitmachen!“ Ich fasse es nicht!
Deutschland braucht seine Bundeswehr, da gibt es keine Widerrede meinerseits. Aber bitte in sinnvoller Dimensionierung und klarem, ausschließlichem Auftrag zur Landesverteidigung. (Und zur Hilfe im Katastrophenfall.) Alles Andere ist Verschwendung von Volksvermögen und dient nicht dem Erhalt des Friedens oder gar des Wohlstandes.
Sachsen-Anhalt Tag (SAT) in Bernburg
Vor zehn Jahren waren wir zuletzt in Bernburg ( https://schaufoto.de/bernburg-ostersonntag-2016/ ) und ich war richtig neugierig, wie sich die Stadt weiter entwickelt hat. Resümee: Bernburg gefällt mir in der Innenstadt besser als meine Heimatstadt Weißenfels. Und dies hat nichts mit Herausputzungen zum SAT zu tun, im Gegenteil. Die Menschenmassen und das dazugehörige Getöse führten bei mir recht bald zum „Genughaben“ und ich suchte eher ruhige Ecken. Bernburg scheint etwas bewahrt zu haben, was immer seltener wird: eine gut funktionierende, intakte Innenstadt. Und die Bernburger würdigen dies auch. Im Gespräch mit Einheimischen bemerkten wir zufriedenen Heimatstolz.
Aber erstmal SAT: Wir sind mit dem Auto da und benutzen „P3“ inklusive Shuttlebus. Wer sich nicht auf den Shuttleservice einlassen will, steht gnadenlos im Stau. Das Festgelände wird weiträumig organisatorisch in Schach gehalten.
Die Bundeswehr ist auch auf dem SAT 2026 sehr präsent. Bezeichnenderweise in der Friedensallee. Meine Bilder zeigen bei weitem nicht das ganze Ausmaß, denn ich habe noch genug vom Vortag.

Im Hintergrund: „Mach, was wirklich zählt: SOLDAT/IN DER PANZERGRENADIER TRUPPE (M/W/D)“

Passt irgendwie: „hasta la vista“ (Baby) (Schwarzenegger)
(Ich entschuldige mich gegenüber dem Spielmannszug, ihr habt damit nichts zu tun – aber das musste sein.)







( siehe: https://schaufoto.de/bernburg-ostersonntag-2016/ )
Und schließlich will ich mir nur noch ein ruhiges Plätzchen zum Ausruhen suchen. Zum Beispiel in der Schlosskirche St. Aegidien. Doch richtig ruhig ist es dort auch nicht. Es findet gerade eine Probe statt – und die ist interessant! Es schließt sich der Themenkreis mit dem Oratorium „Odyssee“; aus dem Begleitprogramm:
Homers „Odyssee“ erzählt als antikes Epos von den Irrfahrten des griechischen Königs Odysseus, der nach dem Sieg bei Troja Abenteuer mit Zyklopen und Zauberinnen, Meeresungeheuern und Sirenen erlebt. Im Oratorium des Komponisten Christoph Reuter und des Librettisten Andreas Hillger wird daraus die Geschichte eines heutigen Soldaten, der aus einem fremden Krieg heimkehrt und vergeblich nach Halt in seinem alten Leben sucht.




Trotz aller Bedenken meinerseits können ohne Zweifel beide Events aus Sicht der Veranstalter als Erfolg verbucht werden. Die Besucherzahlen waren größer als erhofft, das Wetter spielte hervorragend mit, die allgemeine Atmosphäre empfand auch ich als wohltuend unaufgeregt und gelassen. Und trotzdem wollte sich bei mir keine Volksfestlaune einstellen …



