Die norwegische Stadt Bergen ist auch bekannt für die sieben Berge, die sie umgeben und ihr den Beinamen „Stadt der sieben Hügel“ (wie Rom) eingebracht haben. Die wohl bekannteste Bergener Bergtour ist der Trail zwischen dem höchsten Berg, dem Ulriken (643 m) und dem Fløyen (320 m, Aussichtsplattform). Die anderen Berge spielen bei dieser Tour keine Rolle.
Unsere Überlegung war, dass es besser sei, vom höheren zum niedrigeren Berg zu wandern, also vom Ulriken zum Fløyen. Diese Grundidee erwies sich als prinzipiell richtig – allerdings nicht ganz mit dem Effekt, wie erhofft: Die Tour wurde für uns sehr anstrengend und herausfordernd – aber auch besonders schön und unvergesslich.

Karte: OpenStreetMap (myTracks)

Insgesamt waren wir inklusive vieler Fotostopps und einiger Pausen 7 3/4 Stunden auf den von uns gemessenen 14,6 km unterwegs. Das ergibt eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 1,9 km/h – so langsam waren wir noch nie auf irgendeiner Strecke.
Dabei bremsten uns nicht die aufsteigenden 273 Höhenmeter, sondern die Beschaffenheit des „Weges“, der eigentlich ein bis zu 50 Meter breiter, verworrener Trampelpfad durch die Wildnis, sprich Matsch, Fels und Wiesenmatten (mit Matsch) war. Relativ steile Stellen gab es auch, aber nie mit für mich angsteinflößenden Potenzial – alles beherrschbar.
Allerdings möchte ich mit dieser Einschätzung niemanden dazu verleiten, sich auf den Weg zu machen, wenn er leichte Zweifel hegt, es konditionell noch zu schaffen – oder wenn das Wetter nicht stabil ist. Dort oben kann es garantiert sehr ungemütlich werden. (Die vielen Schutzhütten am Rande des Trails machten mich sehr nachdenklich.)
Wir unternahmen die Tour an einem (vorhergesagten) Schönwetter-Samstag. Mit uns nutzten hunderte andere Wanderer den Tag auf diese Weise. Wir waren nie außer Ruf- oder Sichtweite zu den nächsten. Was allerdings in dieser freien Landschaft auch schwierig werden kann, wenn man eine schwache Blase, oder gar ein stärkeres plötzliches Bedürfnis hat … Das passierte uns aber nicht, wir waren viel zu sehr mit dem Weg beschäftigt.
Im jetzigen Rückblick kann ich gar nicht fassen, welch großes Wetterglück wir hatten. Die drei Tage vor dieser Tour, die wir auch schon in Bergen waren, hatte es immer wieder stark geregnet – was in der regenreichsten Stadt Europas ja völlig normal ist. Wir kamen aber komplett trocken bis zum Aussichtspunkt des Fløyen. (Nun gut, nicht ganz: Mein Unterhemd war mehrfach durchgeschwitzt und zeigte am Ende breite Bänder von Salzablagerungen.)




Rechts am Berg die Endstation der Fløibane, unser Ziel.



an der besonderen Landschaft erfreuen.






















Wir bewegen uns ab sofort auf ausgebauten Wegen.








Egal, wir haben heute genug gesehen 😉


Was bleibt, sind die Erinnerungen im Kopf, die Bilder auf der Festplatte und im Fotobuch (die die Erinnerungen im Kopf stark befeuern) und die schiefe Tasse im Küchenregal, die bei jedem Anblick ein Lächeln hervorzaubert, und die Anstrengungen vergessen lässt.



