13. August – da war doch was?!

Genau: Am 13. August 1700 wurde ein gewisser Heinrich von Brühl in Weißenfels geboren. Weißenfels war damals eine Sächsische Sekundogenitur – und Heinrich von Brühl war der Sohn des Weißenfelser Hofmarschalls.

Dies allein ist aber kaum erwähnenswert. Die nachfolgende Erfolgsgeschichte ist keineswegs durch die Geburt vorbestimmt, sondern durch besondere Leistung errungen worden. Im aktuellen Kalender „Weißenfels – Kunst und Können 2021“ steht im August geschrieben:

Vom Pagen am Weißenfelser Herzoghof zum Quasiregenten über 25 Jahre in Sachsen und Polen-Litauen. Heinrich wurde als Sohn des Hofmarschalls Hans Moritz von Brühl von Sachsen-Weißenfels am 13. August 1700 geboren und in der Stadtkirche St. Marien getauft. Als Hofpage lernte er am Gymnasium illustre Augusteum, begleitete mit 14 die Herzoginwitwe nach Leipzig und wurde mit 19 Silberpage am Hof Augusts des Starken. Mit dem legendären Zeithainer Lager 1730 begann seine unvergleichliche Karriere. Kammerjunker, Herr aller Kassen, Reichsgraf, Premierminister, Hochzeit mit der Gräfin von Kolowrath-Krakowski. Bauherr, Mäzen, Schlössersammler, Unternehmer. Brühl organisierte und finanzierte das Augusteische Zeitalter, das mit seinem Tod am 28. Oktober 1763 und der Beisetzung in der Stadtkirche zu Forst endete. [Text: Thomas Krakow]

Ein Weißenfelser wurde zum Großen der Weltgeschichte, was aber in Weißenfels aktuell kaum Resonanz findet.

Diesem Fakt wurde am 13. August 2021 mit einer Lesung der Autorin Christine von Brühl aus ihrem Werk „Schwäne in Weiß und Gold – Geschichte einer Familie“ gegengehalten. Auf Initiative von Thomas Krakow, dem Wahl-Weißenfelser mit Großstadt-Background, kam es zu dem kleinen Kultur-Event zum besonderen Datum.
Eine echte „von Brühl“ liest aus ihrem Buch über die Familiengeschichte. Und wird damit auch dem anderen bemerkenswerten 13. August gerecht: Dem Bau der Mauer – und dem, was mit uns geschieht, wenn Geschichte passiert.

Nachtrag:

Zu dem in der Mitteldeutschen Zeitung (Lokalausgabe Weißenfels) erschienenen Bericht zu dieser Veranstaltung schickte der hier bekannte Historiker Ingo Bach einen Leserbrief, der am 18. August veröffentlicht wurde.

Darin begründet der Autor seine Vermutung, dass die Quellen für den Brühl’schen Geburtsort Weißenfels sprechen – und, dass es keine Belege dafür gibt, dass Heinrich von Brühl Schüler oder Absolvent des Weißenfelser „Gymnasium illustre Augusteum“ ist.