Schlegeisspeicher – St. Jakob

Die 6. Etappe unserer Alpenüberquerung

Schon beim Warten auf den „Ü-Transfer-Bus“ freuen wir uns über das wunderbare Wetter. Denn bei dem in anderen Berichten als „Königsetappe“ hervorgehobenen Abschnitt unserer Alpenquerung, lohnt sich gute Sicht und Sonnenschein bestimmt besonders.

Die Anfahrt zum Schlegeisspeicher ist um einiges länger und am Ende auch spektakulärer als erwartet. Leider macht der Busfahrer keinen Halt an der Staumauer, sondern setzt uns erst ganz hinten am Parkplatz ab. Bevor wir auf die Idee kommen, uns wieder bis zur Mauer fahren zu lassen, ist der Bus weg – und wir sind dann doch zu faul, zurück zu laufen und verzichten auf die Besichtigung der Staumauer.

Der Zamsergrund kommt uns geradezu unwirklich vor. Gibt es das in Echt? Als hätten sich Disneylands Kulissenbauer besondere Mühe gegeben, sieht alles einfach ein wenig zu perfekt aus: Die Farben leuchten, die Kühe sind frisch gestriegelt, das Bachwasser ist absolut sauber, die Luft frisch und klar, die Landschaft weit und grandios, der Weg schön in Ordnung, ohne asphaltiert zu sein. Sämtliche Alpen-Klischees werden aufs Beste bedient. Offensichtlich die Königsetappe 😉

Auf der Lavitzalm rasten wir gern und kommen mit Zillertalern ins Gespräch, die es hier auch immer wieder schön finden. Noch ein paar Höhenmeter und wir queren die Grenze zu Italien/Südtirol. Am Pfitscherjoch Haus rasten wir wieder und genießen unseren Tages-Höhepunkt. Das gebotene Panorama macht ganz schön was her!

Was uns nun droht, ist ein steiler Abstieg über 850 Meter. Einige aus unserer Truppe rufen sich lieber ein Taxi. Knieprobleme …

Wir fühlen uns noch gut und gehen die Sache langsam an. Man ist gut beraten, jeden Schritt sorgfältig zu setzen. Wer sich die Berge ansehen will, sollte unbedingt stehen bleiben! Stellenweise macht Tauwasser den Weg zum Bach. Doch gar zu abenteuerlich wird es nicht. Im Tal endlich angekommen, nervt uns ein wenig der öde Geradeausweg in der Nachmittagssonne bis zum Hotel. (Manche müssen noch weiter laufen als wir, weil ihr Hotel noch weiter unten im Tal liegt.)

Unser Hotel ist familiengeführt und partizipiert von den Alpenüberquerern wohl relativ viel. Denn Tourismus ist in diesem Alpental noch kein ganz großes Ding. Aber das Hotel kann investieren: Ein Fahrstuhl wird gerade angebaut.
Alles gut!

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