Nietzsche mit Herbstfarben

Wer sich auf den alten Nietzsche einlassen will, sollte schon etwas Vorbildung mitbringen. Denn seine Lebens- und Gedankenwelt ist uns nicht mehr ohne weiteres zugänglich. Seine Texte bleiben mir jedenfalls – so weit ich sie überhaupt gelesen habe – als störrische Wortzusammenstellungen in Erinnerung, aus denen immer mal ein paar Sätze harausfunkeln, die ohne Umschweife eine (vermeintliche) Wahrheit benennen. Man kennt diese Sätze aus diversen Zitatesammlungen.
Klar bleibt: Nietzsche ist ein Großer seiner Zunft. Ein radikaler Freidenker – ein wohl ewig Umstrittener.

An seinem Geburts- und Begräbnisort in Röcken bei Lützen (bei Weißenfels) findet man eine überraschend despektierliche Figurengruppe mit gleich dreifachem Nietzsche in weiß lackierter Bronze.
Der erste Verdacht, dass es sich hierbei wieder um eine kompliziert formulierte philosophische Botschaft handelt, erfüllt sich nicht. Die Figurengruppe nimmt direkten Bezug auf ein historisches Foto und auf ein von Nietzsche selbst gesehenes Traumbild. Freilich kann man nun auch darüber philosophieren …

Für mich ist das alles auch ein interessantes Fotomotiv, das ich schon öfters ablichtete. Gestern aber bei irgendwie besonders passendem Licht.

Übrigens: Die Figurengruppe wurde von Klaus F. Messerschmidt geschaffen und heißt „Röckener Bacchanal“. Sie wurde heute genau vor 19 Jahren feierlich eingeweiht.