Einmal um den Süßen See

Er ist nur 40 km von uns entfernt – aber wir waren noch nie richtig dort. Bei so mancher Vorbeifahrt lockte der Süße See bei Eisleben zwar sehr. Doch immer hatten wir andere Pläne: Süßer See? Ja, später …

Und ausgerechnet jetzt, zu diesen doofen Corona-Zeiten, haben wir uns entschlossen, das „später“ heute sein zu lassen. Am 1. Mai demonstrieren wir Normalität und umwandern den See.
Und ich verrate hier gleich mein Resümee: Das kann man machen. Aber wenn endlich wieder alles normal ist, macht das bestimmt viel mehr Spaß!

GPS-Spur mit Messfehler

Die 16 km verlaufen fast ausschließlich auf einer radgerechten Asphaltpiste. Wir parken gleich am Ortseingang von Seeburg, am Friedhof, und gehen am Südufer in Richtung Aseleben. Hier gibt es viele Seegrundstücke, die den direkten Seezugang verstellen. Aber das empfinden wir nicht als so schlimm, das ist auch interessant.

In Aseleben gibt es eine knuffige Kirche, ein Strandhotel und einen schönen Zugang zum See für alle. Heute sind lediglich Angler vor Ort, die gerade einen prächtigen Hecht herausholen. Sie machen ein Bild mit der Trophäe und lassen ihn wieder frei.

Auf dem weiteren Weg kommen wir auch an den hier typischen Apfelplantagen vorbei. Doch mit der Apfelblüte ist es nicht so doll, wie von uns erwartet. Und dann beginnt auch noch das Wetter schlecht zu werden. Wir sind kurz vor unserem entferntesten Punkt und sehen besorgt nach oben. Das sollte doch erst Nachmittag so kommen!

Ein paar wenige Tropfen werden es, doch der Wind bläst wieder alles frei – Glück gehabt! Wir können die Tour im Trockenen beenden und bei Sonnenschein uns in Ruhe die Seeburg begucken (soweit das geht).
Wir haben den See ohne große Rast in vier Stunden umrundet. Sechs bis sieben Stunden mit zwei Einkehren wären wohl das Optimum.

Übrigens:
Der Süße See hat Salzwiesen – wer hätte das gedacht!
Auf dem Seegrund hat man alte Siedlungsreste gefunden. Daraus folgt, dass es den See (erdgeschichtlich gesehen) noch nicht so lange gibt. Er ist wahrscheinlich durch Auswaschung unterirdischer Salzlager – worauf die Deckschicht eingebrochen ist – entstanden.