Rieseneck, Hummelshain & mehr

Wer von „Thüringen“ redet, assoziiert im deutschen Sprachraum sofort „Wald“. Doch Thüringen ist mehr: Die Werbung redet von „Schlösser & Burgen, Klassik, Bauhaus, Musik, Rostbratwurst …“; jede Menge mehr als „nur Wald“.

Wir waren also in Thüringen im Wald. Und zwar in dem Teil Thüringens, das bei uns gleich hinter der Kreis- und Landesgrenze liegt, im Saale-Holzland-Kreis. Unsere Ziele sind nur eine Autostunde von Weißenfels entfernt – aber wir waren noch nie dort gewesen. Wie alt muss man werden, um seine „gefühlte Heimat“ wirklich wahrgenommen zu haben? Und wie groß ist der Radius der „gefühlten Heimat“? Die folgenden Ausflugsziele sind jedenfalls für mich noch drin.

Von der „historischen Jagdanlage Rieseneck“ hatte ich über die Jahre hinweg schon öfters gehört, doch nie hingefunden. Jetzt sollte es unser Hauptziel sein. Bei einer schnellen Recherche mit GoogleMaps fielen mir in der Nähe zwei Jagdschlösser auf – na, die können wir doch auch noch mitnehmen!
Dass das alles zusammengehört und eine richtig interessante Tour ergibt, war mir da noch nicht klar.

Alle Ziele im Überblick: 1 – Jagdanlage Rieseneck, 2 – Schloss Hummelshain,
3 – Herzogliche Grabanlage, 4 – Schloss „Zur Fröhlichen Wiederkunft“
(Karten: OpenStreetMap)

Jagdanlage Rieseneck

Meine Recherche über GoogleMaps ließ den Parkplatz am Chausseehaus als günstig erscheinen. Vor Ort wurde klar, dass man auch auf der Forststraße am Waldrand parken kann (Blauer Pfeil). So machten es jedenfalls einige Einheimische. Aber der Weg vom Chausseehaus ist angenehm … insgesamt kamen wir auf 6,5 km.
Wir sind mal wieder die ersten auf dem Parkplatz.
Interessanter Seitenblick zur Leuchtenburg (3,8 km Luftlinie)
https://schaufoto.de/die-geilste-burg-in-thueringen-leuchtenburg/
Wildschweine waren vor uns hier.
Wir folgen dem grünen Dreieck.
einschneidende Energietrasse
Das Grüne Haus. Treffpunkt der Jagdgesellschaften.
Es gibt mehrere historische Nebenanlagen. Hier eine Remise zum Pferde und Kutschen Unterstellen.
Sichtachse zur Schießanlage
„Blasehaus“ – warum das so heißt, und wie das alles hier überhaupt funktionierte, wird auf mehreren Schautafeln gut erklärt. (Auf der gesamten Tour war alles sehr gut beschriftet!)
Erinnerungstafel am Eingangsgebäude zur Schießanlage.
(Da kann man doch im Jahre 2031 ein Event draus machen!)
Verdeckter Schleichgang zu einem Schießhaus. (Rückblick zum Blasehaus.)
Schießhaus und Blasehaus
Tunnelgang zu einem Schießhaus
Extraordinär!
Herzogstuhl
Auf einer Infotafel steht: „Einmal im Jahr, für gewöhnlich im Mai zum Muttertag, findet ein Tag der offenen Tür statt.“

Linktipp: https://www.freundeskreisrieseneck.de/

Schloss Hummelshain

Schloss Hummelshain
Sehr gelungene Proportionen, finde ich!
Nicht immer perfekt – aber man sieht, dass man sich darum kümmert.

Linktipp: https://foerderverein-schloss-hummelshain.de/bautagebuch.html

Es heißt, das war der letzte Schlossbau in Deutschland.
Mit gut versteckter Satelliten-Schüssel.
Naturalistischer Zierrat im Umfeld. Es ist eben auch ein Jagdschloss!
Detail an der Südseite.

Leider kommt man in das Schloss meist nicht hinein. Es lohnt sich aber auch schon die äußere Betrachtung. Der Schlossgarten ist tagsüber offen, man wird nicht irgendwie gehindert, heranzukommen.

Linktipp Schlossführung: https://www.youtube.com/playlist?list=PLWTgffn-vME2IDpDWRraOqQsAzcCtr-ke

Herzogliche Grabanlage

Unser drittes Ziel an diesem Tag.
Vorsicht, die großen schwarzen Spinnen in der Kammer sind echt!

Schloss „Zur Fröhlichen Wiederkunft“

Eigentlich wollten wir uns auch noch dieses Jagdschloss ansehen. Doch kurz bevor wir die Anlage betreten, beschließen wir, uns dieses Ziel für eine zukünftige Tour aufzuheben. Wir wissen nun, dass es sich lohnt, hier noch einmal herzukommen. Für heute soll eine einfache Umrundung genügen. Wir freuen uns auf unsere Wiederkunft!

… zur geografischen Verortung
Das macht was her!
Selten zu sehen: Ein Thüringer Deich-Schaf.

Linktipp: https://www.schlosswolfersdorf.de/